Muss man Sollzinsen bei einer Kreditkarte bezahlen?

In unserem Kreditkartenvergleich und auf den Informationsseiten zu den Kreditkarten finden Sie auch Angaben zum Sollzinssatz und Effektivzinssatz. Aber keine Angst, diese Zinsangaben gelten nur dann, wenn Sie die Ratenzahlung nutzen.

Sollzinsen fallen bei Kreditkarten nur an, wenn auch tatsächlich ein Kredit in Anspruch genommen wird. Das ist bei vielen Kartenvarianten nicht der Fall. Umsätze, die mit Debit Kreditkarten getätigt werden, bucht die Bank umgehend vom Girokonto ab. Die Abwicklung bei Charge Karten erfolgt im monatlichen Turnus, ebenfalls über das laufende Konto, meist per Lastschrift, teils auch per Überweisung. In dem Fall spricht man nicht von einem Kredit, sondern von einem zinsfreien Zahlungsziel respektive einem Zahlungsaufschub. Sollzinsen sind nur dann zu befürchten, wenn das Girokonto nicht ausreichend gedeckt ist, wenn nämlich der Dispokredit angeknabbert wird. Prepaid Kreditkarten wiederum funktionieren auf Guthabenbasis und bieten daher keinen Kreditrahmen.

Wenn überhaupt: Sollzinsen nur bei Revolving-Kreditkarten

Berechnet werden Zinsen lediglich bei Revolving Kreditkarten. Sie ähneln vom Prinzip her einem Abrufkredit, weil der Kunde selbst entscheiden kann, ob er lediglich die monatliche Mindestrate tilgt oder den gesamten Rechnungsbetrag zurückzahlt. Bei Ratenzahlung stellt die Bank für die Restschuld den im Preisleistungsverzeichnis verankerten Zins in Rechnung. Angenommen der Kunde hat mit seiner Revolving Kreditkarte 500 Euro ausgegeben und zahlt nur zehn Prozent (50 Euro) zurück, bleibt das Kartenkonto mit 450 Euro im Soll. Dieser Betrag ist zinspflichtig, und zwar so lange, bis das Konto ausgeglichen wurde oder im Plus ist. Da die Zinsen bei Revolving Kreditkarten vergleichsweise hoch sind, ist es nicht ratsam, allzu lange in den roten Zahlen zu verharren.